Die Räuber sorgten beim Schlosskonzert für magische Momente.

Schloss Dyck als Partyzone

 

(NGZ, KURT LEHMKUHL)
Kölsch-Rock, Latino-Beats und Schunkellieder: Die Räuber haben auf Schloss Dyck Tausende Fans in Ekstase versetzt. Frontmann Sven West schwärmte vom „Heimspiel” – und verriet, wo er geboren wurde.

(DAMM) Es muss nicht unbedingt das „Trömmelche” sein, damit das Publikum bei einem Konzert der Räuber in Partystimmung gerät. Das zeigte sich schnell beim Konzert der kölschen Band mit Wurzeln im Rhein-Kreis Neuss auf der Schlosswiese von Schloss Dyck, zu dem die Freunde und Förderer von Schloss Dyck eingeladen hatten. Die Besucher waren nicht nur der Aufforderung der Entertainerin „Eva us Kölle” nachgekommen, die ihnen empfohlen hatte, mal wieder rauszugehen, sie hatten auch gute Laune und viel Frohsinn und Vorfreude auf die fünf Räuber mitgebracht. Schon früh füllte sich der Platz vor der großen Bühne im Park. Die wenigen, eigentlich nur für beeinträchtigte Besucher vorgesehenen Stühle waren schnell besetzt bei diesem„Stehkonzert”.

Als mit der einbrechenden Dunkelheit die Band die Bühne betrat, waren die Mitglieder ebenso angenehm überrascht wie Birthe Wienands als Vorsitzende des Vereins, dass sie auf eine Besucherschar im vierstelligen Bereich blicken konnten. Damit war nicht unbedingt zu rechnen gewesen, zumal am Abend zeitgleich in der Region viele andere Freiluft-Konzerte stattfanden, angefangen bei den Toten Hosen in Düsseldorf bis zu Brings auf dem nahen Rittergut Birkhof. „Wahnsinn”, so kommentierte Frontmann SvenWest, der nach eigenenWorten „drei Kilometer von hier in einem Krankenhaus geboren wurde”, das „Heimspiel” der Band im Rahmen ihrer aktuellen Deutschlandtournee.

Der Zwischenstopp auf Schloss Dyck bei der Deutschlandtour zwischen Kiel und München mit 40 Auftritten war fast schon eine logische Folge des vergangenen Auftritts der Räuber in Schloss Dyck. Nach dem Konzert 2023 war der Wunsch beim Förderverein und auch bei den Fans groß nach einer Neuauflage. „Das ist unser einziges Open-Air-Konzert im Rahmen unserer Reihe ‚Dycker Schlosskonzerte‘”, sagteWienands, die allen Freunden und Helfern dankte, dass sie die aufwendigen Vorbereitungen für ein derartiges Freiluftkonzert mitgetragen hatten.

Die Räuber, zu denen neben West noch Kurt Feller, Andreas „Schrader” Dorn, Thommy Pieper und Martin Zänder gehören, hatten ihre Konzertreihe mit dem Titel ihres letzten großen Erfolgs versehen, nämlich „Oben unten links rechts”. Der Aufforderung, dabei mitzumachen, kamen die zahlreichen Räuber-Fans gerne nach. Da wurde getanzt und gezappelt, geklatscht und gesungen, dass der Schweiß in Strömen floss. Brandneue Lieder, die das Lebensgefühl von Freiheit, Gemeinschaft und Liebe transportieren, hatten die Musiker ebenso im Gepäck wie viele ihrer bekannten und beliebten Hits von „Alle für Kölle” über „Wigga Digga” bis hin zur „Iwigkeit”. Die Mischung aus klassischen Ohrwürmern und fetzigen Beatrhythmen kam bei dem zweistündigen Konzert an.

Einmal mehr bewiesen die Bandmitglieder, dass sie eine musikalisch sehr abwechslungsreiche Formation sind, die mit Kölsch-Rock und Latino-Beats, mit Rap und Reggae, Soul und Fun, Balladen und Schunkelliedern begeistern. Die bodenständigen Räuber bleiben in ihrer 30-jährigen Bandgeschichte immer wieder aufs Neue kreativ und finden immer wieder neue Melodien und Texte, die ihrer Zuhörer berühren. „Dat es Heimat” ist nicht nur ein Gefühl, es war das verbindende Element zwischen den Musikern auf der Bühne und ihrem Publikum auf der Wiese. Stolz verkündete West, die Räuber seien die einzige kölsche Band, die einen Platz im Guinness- Buch der Rekorde habe.

Am Tag vor dem Auftritt in Schloss Dyck waren sie Teil des größten Kinderkonzerts aller Zeiten im Kölner RheinEnergieStadion mit rund 14.000 Kindern gewesen. Als Botschafter der Aktion Mobi hatten die Räuber die Dringlichkeit des Schwimmenlernens angemahnt. „Schwemme künne” hieß es auch auf der Schlosswiese, als beim Klang der Musik die Besucher Freiluft-Schwimmen übten. Nass, aber nicht vom Wasser, sondern vom Schweiß machten sich zufriedene Besucher auf den Heimweg – vielleicht bis zum nächsten Heimspiel mit den Räubern.

 

(FOTOS: DIETMAR STEINHAUS, steinhaus-fotografie.de)