Das Klarinetten-Trio Schmuck versetzt Zuhörer in barocke weihnachtliche Stimmung.

Von Mozart bis Tango beim Konzert auf Schloss Dyck

(NGZ, -ah) Das „Hohe Schloss” auf Schloss Dyck besteht aus ziemlich vielen Prachtsälen. Es bietet die perfekte Umgebung für ein barock-klassisches Konzert, wie auch Klarinettist Johann-Peter Taferner zu Beginn des ersten von zwei Weihnachtskonzerten bemerkte: „Wir haben in einem Raum geprobt, wo die Decke aus dem 17. Jahrhundert stammt. Also das hätte Mozart gefallen. Und die Klarinette war ja auch sein Lieblingsinstrument.“ So startete das beliebte Trio in anderer Besetzung – Viviane Rieke ist kurzfristig erkrankt – natürlich mit einem Divertimento von Wolfgang Amadeus Mozart.

Die kranke Klarinettistin wurde ersetzt durch Kristóf Dömötör, der nicht lange proben musste, weil er Teil und guter Freund des Schmuck-Trios ist. Er spielte die Bassklarinette und das ziemlich gut. Gerade bei den auf Mozart folgenden barocken Stücken von Bach bis Vivaldi, setzte er hörbar den Kontrapunkt. Das Arrangement: „Barocke Meister-Glanzvolle Musik zur Weihnachtszeit“ ist ein ganz neues Medley verschiedener altbekannter Werke, wie unter anderem Bachs „Jesus bleibet meine Freude“, Vivaldis „Winter“ aus den vier Jahreszeiten, Händels „Sarabande“ und Corellis „Pastorale“.

Gerade in den barocken Stücken zeigte sich das hervorragende Zusammenspiel des Trios, da jeder besonders gut auf den anderen hören musste. Beim anschließenden „Weihnachtsmedley“ wurde die Vielfalt des Schmuck-Trios deutlich. Denn dieses Arrangement aus verschiedenen bekannten Weihnachtsliedern performten sie anfangs eher klassisch, bis sich gegen Ende die jazzigen Töne durchsetzten, die den zweiten Teil des Konzertes
bestimmen sollten.

Aber erst einmal entließ das Trio die Zuschauer mit Brahms „Ungarischem Tanz“, stürmisch gespielt, schwungvoll in die Pause. Im zweiten Teil folgte das 20. Jahrhundert zunächst mit einem Beatles-Medley. Dann wurde es jazzig:„Take five“ von Paul Desmond war übrigens jahrelang die Erkennungsmelodie vom Sender WDR5. Besinnlichträumerisch spielte das Trio Mancinis „Moon river“, das musikalische Hauptthema des Films: „Frühstück bei Tiffanys“. Rasant performten sie „After you´ve gone“ von Benny Goodman/Turner Layton. Schließlich folgte das modernste Stück des Abends, der Tango für zwei Klarinetten und eine Bassklarinette des argentinischen Komponisten und Erfinder des „Nuevo tengo“ Astor Pizzolla (1921-1992).

Dem Publikum im gut gefüllten Saal gefiel es, der Applaus war groß. Die Konzertreihe, veranstaltet von den Freunden und Förderern von Schloss Dyck, ist mittlerweile zu einer echten Institution geworden. Viele Zuschauer kommen jedes Jahr wieder, was die Veranstalter sehr freut und das Schmuck-Trio auch. „Schön ist es zwar nicht, dass eine von uns krank ist“, meinte auch Klarinettist Taferner, „aber dafür strengen wir uns als neues Trio umso mehr an. Und das merkt dann auch das Publikum.“